Programm

Freitag, 2. Nov. 2018: Das Tagebuch der Anne Frank

Freitag, 2. Nov. 2018: Das Tagebuch der Anne Frank

Premiere: Opernaufführung im Red Horn District

Nachwuchsregisseur Ruben Michael bringt eine Opern-Adaption von Grigori Frid auf die Bühne

Horn-Bad Meinberg

„Ich sitze am Fenster.“

Es hat etwas Einfaches, aus dem Fenster zu schauen. Ob beim Arbeiten oder beim Lesen: der Blick in die Natur beflügelt den Menschen. Und wenn er eine Pause benötigt, so setzt er sich auf die Terrasse und atmet einmal tief durch.

„Das Tagebuch der Anne Frank“, ist ein einzigartiges Werk. Diese Einzigartigkeit entsteht aber nicht durch die Omnipräsenz des Nazi-Regimes – oder gar des Todes. Im Gegenteil. Es gibt nur wenige derartige Dokumente, die diesen Aspekt derartig in den Hintergrund rücken. Es geht um das Leben. Viel interessanter als der näher rückende Tod  des Mädchens durch das NS-Regime der Nazis ist der Wunsch nach Leben der 14-Jährigen Anne, der durch die Enge im „Hinterhaus“ nicht in der Form ermöglicht werden kann, die sie sich erträumt.
In diesem Umfeld ernennt sie ihr Tagebuch zu ihrer engsten Vertrauensperson und gibt ihr den Namen Kitty. Kitty vertraut sie offen Themen an, über die grundsätzlich eher geschwiegen werden. Ihre aufkommende Weiblichkeit, ihre Erfahrungen mit dem eigenen Körper. Und schlussendlich die ersten sexuellen Kontakte mit Peter.
Grigori Frid wählte für seine Opern-Adaption des Stoffes einzelne Tagebucheinträge des Mädchens zur Vertonung aus.

 

„Das Tagebuch der Anne Frank“, ist ein einzigartiges Werk. Diese Einzigartigkeit entsteht aber nicht durch die Omnipräsenz des Nazi-Regimes – oder gar des Todes. Im Gegenteil. Es gibt nur wenige derartige Dokumente, die diesen Aspekt derartig in den Hintergrund rücken. Es geht um das Leben. Viel interessanter als der näher rückende Tod  des Mädchens durch das NS-Regime der Nazis ist der Wunsch nach Leben der 14-Jährigen Anne, der durch die Enge im „Hinterhaus“ nicht in der Form ermöglicht werden kann, die sie sich erträumt.
In diesem Umfeld ernennt sie ihr Tagebuch zu ihrer engsten Vertrauensperson und gibt ihr den Namen Kitty. Kitty vertraut sie offen Themen an, über die grundsätzlich eher geschwiegen werden. Ihre aufkommende Weiblichkeit, ihre Erfahrungen mit dem eigenen Körper. Und schlussendlich die ersten sexuellen Kontakte mit Peter.
Grigori Frid wählte für seine Opern-Adaption des Stoffes einzelne Tagebucheinträge des Mädchens zur Vertonung aus.

Der 17-jährige Nachwuchsregisseur Ruben Michael aus Horn entdeckte seine Leidenschaft für Musiktheater bereits als Kind und arbeitet seit seinem elften Lebensjahr zielstrebig auf seinen Berufswunsch hin: Regisseur.

Dieser entwickelte sich durch eine erste Rolle am Landestheater Detmold in der Oper „Hänsel und Gretel“. Das Arbeiten im Theater faszinierte ihn von Anfang an, sodass auch sogleich erste Kontakte zu Theaterschaffenden entstanden.

Inspiriert von den ersten Erlebnissen im Theater, bastelte Ruben sich eine eigene Pappbühne, die er für seine erste Inszenierung einer Oper benötigte. Dort setzte er ebenfalls „Hänsel und Gretel“ in Szene, seine Sänger waren Playmobilfiguren, den Soundtrack dazu lieferten CDs.

Seine Bühne wurde im Laufe der Jahre zunehmend erweitert, bzw. ersetzt, sodass schlussendlich ein Modell entstand, welches die Faszinationen der Bühnentechnik detailgetreu und nach realem Vorbild in Manneshöhe beinhaltet. Mit dieser Bühne, bzw. deren Vorläufern entstanden drei weitere Opernproduktionen: „Carmen“, „Die Zauberflöte“ und  „Otello“.

Nach seiner vierten Playmobil-Inszenierung nahm der angehende Regisseur sich mehr vor. Diesmal sollte es eine Oper mit richtigen Sängern sein. Also sammelte der damals 15-jährige sich ein Sängerensemble, bestehend aus drei Sängern und einem musikalischen Leiter. Diese waren allesamt Studenten der Hochschule für Musik Detmold. Mit diesem Ensemble inszenierte er „Bastien und Bastienne“, eine frühe Mozart Oper, in einem Detmolder Café. Bereits in dieser Inszenierung zeigte er ein Gespür für die kreative Ausarbeitung eigener Regiekonzepte an ungewöhnlichen Spielstätten.

Neben der kreativen Arbeit mit den Sängern war es ebenfalls seine Aufgabe als Projektleiter, die Produktion durch Sponsoren und Crowdfunding zu finanzieren, sowie diese zu bewerben.

Unmittelbar nach seiner ersten Theaterproduktion begann Ruben seine Tätigkeit als Regieassistent an der Detmolder Musikhochschule. Nachdem er bereits in den Vorjahren erste Erfahrungen durch Hospitanzen am Detmolder Theater und der dortigen Musikhochschule bei namenhaften Regisseuren wie Kay Metzger oder Martin Pfaff sammeln durfte, wurde er 2016 zum persönlichen Assistenten von Prof. Thomas Mittmann, Regieprofessor in Detmold und international tätiger Regisseur.

Im Folgejahr realisierte er seine zweite eigene Produktion mit Detmolder Studenten: Leonard Bernsteins Kurz-Oper „Trouble in Tahiti“.

Seit 2017 ist er auch an der Perleberger „Lotte Lehmann Akademie“, einer international gefragten Sommerakademie für Sänger, als Regieassistent und Inspizient engagiert, wo er u.a. den Regisseuren Dirk Schmeding und Nina Kühner assistierte.

Wir öffnen gegen 19:00 Uhr, los gehts wie immer kurz nach acht.

Das Konzert wird präsentiert vom Red Horn District e.V. – dem gemeinnützigen Verein für großartige Musik. Wir fördern Kultur in Ostwestfalen-Lippe und veranstalten Privatkonzerte für Freunde des Vereins in den gemütlichen Räumen des Red Horn District. Schirmherr und Ehrenmitglied ist „Mr. Red Horn“ Nils Landgren, im Programm findest du viele weitere internationale Größen der Musikszene.

RED HORN DISTRICT e.V.


Besetzung:

Das Tagebuch der Anne Frank

  • Sopran: Paula Rohde
  • Musikalische Leitung: Telmo Mazurek
  • Regie: Ruben Michael